China ist Kunde, Lieferant, Produktionsstandort – und direkter Wettbewerber auf Augenhöhe. In manchen Bereichen sogar mit Rückenwind, den deutsche Mittelständler so nicht kennen.
Während chinesische Unternehmen in Deutschland grundsätzlich in einem offenen Rechts- und Investitionsumfeld gründen, kaufen und wachsen können, treffen deutsche Unternehmer in China häufig auf andere Voraussetzungen: stärkere staatliche Lenkung, lokale Bevorzugung und Ausschlüsse oder Einschränkungen von internationalen Inhabern, allgemein komplexere Marktzugänge, hoher Preisdruck und ein Innovationsumfeld, das extrem schnell skaliert. Die EU spricht meist von staatlich verursachten Marktverzerrungen in Chinas Wirtschaft; deutsche Unternehmen berichten zugleich von wachsendem Wettbewerbsdruck und ungleichen Bedingungen, die weit über unterschiedliche Lohnniveaus hinausgehen.
Das Problem ist nicht China als Land selbst. Das Problem ist ein globaler, digitaler Wettbewerb, bei dem auf vielen Ebenen nicht immer nach denselben Regeln gespielt wird. Voraussetzungen und Kosten, Förderungen, Arbeitsschutz und Markenrecht oder administrative Chancen und Pflichten sind da nur einige Parameter.
Problem ist zugleich auch eine Annäherung in der technischen Qualität vieler Produkte – bei weitem nicht bei allen und es findet sich auch weiterhin viel Ramsch je nach Anbieter oder Hersteller – aber doch sind die Abstände allgemein oft deutlich geringer geworden.
Für die deutsche Industrie bedeutet das: Qualität allein reicht nicht mehr. Wer heute Greiferlösungen, Robotik oder Automationssysteme entwickelt, konkurriert nicht nur über Technik, sondern über ganze industrielle Ökosysteme.
Die Antwort muss daher lauten: technologisch schneller werden, administrativen Aufwand endlich reduzieren, Schlüsselkompetenzen stärker schützen, Lieferketten breiter aufstellen und unabhängiger in Energie und Rohstoffen werden, um mit „Made in Germany“ als starkem und stabilem Symbol auch in Zukunft einen Schritt voraus zu sein.
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